Abschied

Frau Gibbels-Tack wechselt ins Bistum

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Datum:
Mi. 7. Apr. 2021
Von:
Pfarrer Hans Tings

Liebe Mitchristen,

zum 1. April 2021 verlässt uns unsere Gemeindereferentin Frau Claudia Gibbels – Tack. Über 20 Jahre lang war sie in unserer GdG St. Elisabeth als pastorale Mitarbeiterin tätig. In dieser langen Zeit hat sie unsere Gemeinschaft der Gemeinden mitgeprägt. Sei es in der Erstkommunionvorbereitung oder aber in der Gremienarbeit, sei es in den diakonalen Aufgaben unserer GdG oder in der Seniorenarbeit, um nur einige Arbeitsbereiche zu nennen. Sie hatte in ihrem vielfältigen Diensten immer ein Herz für die Menschen am Rande; für jene, die unter schwierigen sozialen Umständen lebten und der Kirche eher ferne waren; für jene, die es von Kind an schwer hatten in den Gemeinden Fuß zu fassen. Sie gab niemanden verloren und niemanden auf. Ihre christliche Grundeinstellung ließ sie immer für jeden einzelnen Menschen eintreten und kämpfen.

Daneben hat sie ihre Spuren in der Konzeptarbeit hinterlassen: ich denke da an unser Pastoralkonzept oder aber an die Schutzkonzepte für unsere Jugendheime und unsere Pfarrgemeinden. Sie war unsere Missbrauchsbeauftragte; sie hielt Präventionskurse für viele ehrenamtliche Mitarbeiter/innen vor Ort ab. Sie tat vieles, was eher im Verborgenen geschieht und was nicht immer von außen wahrgenommen und gesehen wird. Sie hat unsere GdG über die Jahre geprägt und sie hinterlässt deutliche Spuren. Ich hatte in ihr eine loyale und kompetente Mitarbeiterin – wir sind einen guten Weg miteinander gegangen. Und so überwiegt in mir Dankbarkeit für alles Geleistete und gemeinsam Erlebte. Daneben bin ich auch traurig, dass sie nun die Stelle nach Aachen in die Personalarbeit wechselt in einer für uns als Kirche sehr schwierigen Zeit. Nicht nur Corona setzt uns zu; wir alle kennen die vielen negativen Schlagzeilen, die uns als Glaubensgemeinschaft in diesen Tagen treffen. Nie war es so schlimm wie in dieser Zeit und vieles deutet hin auf einen großen Umbruch, der unsere Gemeinde und unser Kirche-sein verändern wird. Frau Gibbels Tack ist auch in unserem Prozess „heute bei dir“ – involviert und sie war in den vergangenen Jahren Berufsgruppenvertreterin der Gemeindereferent/innen in unserer Region und war über ihren Einsatz bei uns an vielen Stellen unterwegs. Ich denke dabei auch an ihren Einsatz im Beerdigungsdienst oder als Notfallseelsorgerin in unserer Region. Ihr Weggang reißt eine große Lücke und sie wird uns allen fehlen. Mir fehlt sie nicht nur in ihren vielen Funktionen, die sie wahrgenommen und erfüllt hat. Mir fehlt sie vor allem als Mensch; als eine Frau, die sehr sensibel sein konnte, die nahe bei sich und bei den Menschen war. Ihr Rat tat oft gut – ich schaue zurück auf eine lange Zeit, die uns auch als Pastoralteam geprägt hat. Vieles ist im alltäglichen Miteinander oft selbstverständlich – und wir erkennen, dass dies nicht stimmt erst, wenn es uns genommen wird. Unser Team besteht nach ihrem Weggang nur noch aus Frau Salentin und mir. Wir werden all das, was Claudia Gibbels Tack bewirkt und getan hat, nicht auffangen können. Es wird eine Lücke entstehen, die uns immer wieder schmerzhaft daran erinnert, dass da jemand fehlt und nicht mehr so da ist, wie gewohnt.

Wir werden schauen müssen, wie es bei uns weitergeht, wie es z.B. mit der Erstkommunionvorbereitung gehen kann. Frau Gibbels Tack hat sich bereit erklärt, die diesjährige Erstkommunionvorbereitung noch zu beenden, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Nach 20 Jahren ist es mehr als legitim sich zu verändern. Ich wünsche ihr – sicherlich auch im Namen vieler aus unserer GdG, die sie in der langen Zeit erlebt haben – für den weiteren Lebensweg Gottes Kraft und Segen. Ich bin froh, in der Personalabteilung nun eine vertraute Stimme hören zu dürfen. Wenn sie dort so weiter ihrer persönlichen Berufung nachgeht, dann wird es ein gutes Miteinander in einer schwierigen Zeit.

Ich habe mich, nach dem ich von dem Wunsch der Veränderung erfahren habe, mit der Personalabteilung in Verbindung gesetzt in der Hoffnung, dass die Stelle neu besetzt werden kann. Aber auch in der Berufsgruppe der Gemeindereferent/innen gehen die Zahlen kontinuierlich zurück. Wir stehen in der Prioritätenliste ganz oben – aber wann und mit wem die Stelle neu besetzt werden kann, liegt in Gottes Hand.

Ich schaue zurück auf eine lange Wegstrecke – mit ein wenig Wehmut und großer Dankbarkeit. Danke für eine Zeit, die geprägt war von einer Begegnung auf Augenhöhe, von einen gemeinsamen Beistehen und Tragen, vom Meistern eines pastoralen Weges, der uns oft an Grenzen geführt hat. Für mich geht mit Frau Claudia Gibbels – Tack mehr als eine Mitarbeiterin und Kollegin – es geht ein Stück Identität und gute Seele in unserer GdG St. Elisabeth. Das macht mir persönlich den Abschied schwer. Daneben wünsche ich ihr das, was sie selber im Blick auf die neue Stelle erwartet und sieht. Das Leben erfährt einen ständigen Wandel. Und das trifft auch unseren Weg als Kirche vor Ort. Aber letztlich: was auch geschieht, wir sind und bleiben geborgen in Gottes Hand. Wenn uns dies bewusst wird, braucht uns vor dem, was kommt, nicht bange zu sein. In diesem Sinne verbleibe ich – mit einem wehen, aber auch mit einem dankbaren Herzen

Ihr Pfarrer Hans Tings